IIRButylkautschuk (Isobuten-Isopren) – Eigenschaften & Beständigkeit
- Temperaturbereich
- −40 bis +130 °C
- Härtebereich
- ~40–80 Shore A
- Kürzel
- IIR nach ISO 1629
- Kernstärke
- Gasdichtheit, Dampf, Witterung
Datenblatt IIR
Die wichtigsten Kennwerte von Butylkautschuk auf einen Blick – als Richtwerte für die erste Auslegung Ihrer Membran oder Dichtung.
| Werkstoff | Butylkautschuk (IIR) – Copolymer aus Isobuten mit einem geringen Anteil Isopren |
|---|---|
| Kürzel | IIR nach ISO 1629 |
| Temperaturbereich | −40 bis +130 °C – gutes Dehnverhalten auch bei Kälte |
| Härtebereich | ~40–80 Shore A – weichere Qualitäten ab ca. 30 Shore A möglich |
| Beständig gegen | Ozon, UV und Witterung; Wasser und Wasserdampf; Säuren und Laugen; polare Medien wie Ketone und Alkohole; Gase (extrem geringe Permeation) |
| Nicht beständig gegen | Mineralöle, Schmierfette und Kraftstoffe; unpolare Lösungsmittel sowie aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe |
| Besonderheiten | niedrigste Gasdurchlässigkeit aller gängigen Elastomere; hohe Eigendämpfung; gute elektrische und thermische Isolation |
| Farben | üblich Schwarz; Grau und Braun möglich |
Alle Angaben sind Richtwerte aus der Beratungspraxis. Verbindlich sind die Werte der konkret ausgelegten Mischung – abgestimmt auf Medium, Temperatur und Einbausituation. Alle Elastomere im Vergleich: Werkstoffübersicht.
Das Werkstoffprofil
IIR ist der Spezialist für Gasdichtheit: Kein anderes gängiges Elastomer hält Luft, Gase und Feuchtigkeit so zuverlässig zurück.
Chemisch ist Butylkautschuk ein Copolymer aus Isobuten und wenig Isopren . Die dicht gepackten Methylgruppen entlang der Hauptkette behindern die Diffusion von Gasmolekülen – die Permeation liegt um ein Vielfaches unter der von Naturkautschuk. Weil die Kette kaum Doppelbindungen enthält, ist IIR zugleich sehr gut ozon-, witterungs- und alterungsbeständig und verträgt Säuren, Laugen und polare Medien. Dazu kommt eine hohe Eigendämpfung, die Schwingungen und Stöße wirksam schluckt.
Die Grenze des Werkstoffs: Als unpolares Elastomer ist IIR nicht beständig gegen Öle, Fette und Kraftstoffe . Ist Gasdichtheit nicht kritisch, ist EPDM meist die wirtschaftlichere, ähnlich witterungsfeste Wahl – bei Ölkontakt führt der Weg zu NBR .
- Gase und Wasserdampf – extrem geringe Permeation, ideal für Membranen und Blähschläuche
- Ozon, UV und Witterung – sehr gute Alterungsbeständigkeit im Außeneinsatz
- Säuren, Laugen und polare Medien – auch Ketone und Alkohole
- Schwingung und Stoß – hohe Eigendämpfung, gute elektrische Isolation
- Mineralöle, Fette und Kraftstoffe – der unpolare Werkstoff quillt stark
- Aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe sowie unpolare Lösungsmittel
- Anwendungen mit hoher Rückprallelastizität – IIR dämpft stark und stellt sich vergleichsweise langsam zurück
Chemische Beständigkeit von IIR
Richtwerte bei Raumtemperatur. Für die verbindliche Auslegung prüfen wir Ihre konkrete Medienliste gegen die Mischung.
- Säuren und Laugen – gute Beständigkeit auch gegen viele polare Medien
- Ketone und Alkohole
- Wasser und Wasserdampf – dazu extrem geringe Gaspermeation
- Ozon, UV und Witterung – sehr gute Alterungsbeständigkeit im Außeneinsatz
- Mineralöle, Fette und Kraftstoffe – der unpolare Werkstoff quillt stark
- Aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe
- Unpolare Lösungsmittel
Ohne Anforderung an Gasdichtheit ist EPDM oft wirtschaftlicher, bei Ölkontakt NBR – wir beraten zur Alternative.
Typische Anwendungen
Membranen & Bälge
Gasdichte Membranen, Bälge und Blähschläuche – zuverlässige Luftretention über lange Standzeiten.
Pharma & Prozesstechnik
Stopfen, Verschlüsse und Dichtungen mit geringer Wasserdampfdurchlässigkeit – auch für Dampf und Reinigungsmedien.
Chemie & Elektrotechnik
Dichtungen und Auskleidungen für Säuren und Laugen sowie isolierende und dämpfende Bauteile.
IIR bei SDGummi
Formteile
IIR-Formteile, Membranen und Bälge nach Ihrer Konstruktion, vom Prototyp bis zur Serie.
Dichtungen
Flach-, Rahmen- und Formdichtungen für gasdichte und chemisch beanspruchte Verbindungen.
Profile
Voll- und Hohlkammerprofile als Meterware oder einbaufertig konfektioniert.
Schläuche
Gummi- und Formschläuche mit hoher Gas- und Dampfdichtheit, z. B. Blähschläuche.
Häufige Fragen zu IIR
Antworten aus der Beratungspraxis. Für die verbindliche Auslegung zählen Ihre Medien-, Temperatur- und Bewegungsdaten.
Angebot anfragenWarum ist Butylkautschuk so gasdicht?
Die dicht gepackten Methylgruppen entlang der Isobuten-Hauptkette behindern die Diffusion von Gasmolekülen – IIR hat dadurch die niedrigste Gasdurchlässigkeit aller gängigen Elastomere, um ein Vielfaches dichter als Naturkautschuk. Deshalb ist Butyl der Standard für Membranen, Blähschläuche und Reifeninnenschichten.
Ist IIR ölbeständig?
Nein. Butylkautschuk ist unpolar und quillt in Mineralölen, Fetten, Kraftstoffen und unpolaren Lösungsmitteln stark. Bei Ölkontakt sind NBR oder HNBR die richtigen Werkstoffe.
IIR oder EPDM – welcher Werkstoff passt?
Beide sind sehr gut witterungs-, ozon- und dampfbeständig – und beide nicht ölbeständig. IIR ist die Wahl, wenn Gasdichtheit oder hohe Dämpfung gefordert sind; EPDM ist wirtschaftlicher, breiter verfügbar und mit bis zu +150 °C dauertemperaturbeständiger.
Bis wieviel Grad hält Butylkautschuk?
Als Richtwert gilt ein Einsatzbereich von −40 bis +130 °C. Auch bei tiefen Temperaturen bleibt IIR flexibel und behält sein gutes Dehnverhalten.
Wofür wird Butylkautschuk eingesetzt?
Überall, wo Gase oder Wasserdampf zurückgehalten werden müssen: Membranen, Bälge und Blähschläuche, Pharmastopfen und Verschlüsse, Auskleidungen für Säuren und Laugen sowie dämpfende und elektrisch isolierende Bauteile.
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