FFKMFFKM Perfluorkautschuk – Eigenschaften & Beständigkeit
- Temperaturbereich
- −40 bis +320 °C
- Härtebereich
- ~60–90 Shore A
- Kürzel
- FFKM nach ISO 1629
- Kernstärke
- Nahezu universelle Chemikalienbeständigkeit
Datenblatt FFKM
Die wichtigsten Kennwerte von Perfluorkautschuk auf einen Blick – als Richtwerte für die erste Auslegung Ihrer Dichtung oder Ihres Formteils.
| Werkstoff | Perfluorkautschuk (FFKM) |
|---|---|
| Kürzel | FFKM (ISO 1629) · u. a. Kalrez® |
| Temperaturbereich | −40 bis +320 °C – Spezialtypen bis ca. +325 °C |
| Härtebereich | ~60–90 Shore A |
| Beständig gegen | Nahezu alle Chemikalien; Amine, Ester und Ketone; Ozon, UV und Witterung; Heiße Prozessmedien |
| Nicht beständig gegen | Elementares Fluor; Geschmolzene oder gelöste Alkalimetalle; Vollfluorierte Lösemittel |
| Besonderheiten | Höchste Elastomerklasse, Preis ein Vielfaches von FKM |
| Farben | Schwarz, Braun |
Das Werkstoffprofil
Perfluorkautschuk – bekannt u. a. unter dem Handelsnamen Kalrez® – ist die höchste Werkstoffklasse unter den Elastomeren: nahezu universell chemikalienbeständig, temperaturfest bis ca. +320 °C – und entsprechend teuer.
Anders als FKM ist FFKM vollständig fluoriert : Die Polymerkette enthält keine angreifbaren Wasserstoffatome mehr. Daraus entsteht eine Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien, die kein anderes Elastomer erreicht – kombiniert mit sehr geringer Ausgasung und hoher Gasdichtheit.
Ehrlich eingeordnet: Diese Spitzenklasse hat ihren Preis. FFKM-Bauteile kosten ein Vielfaches vergleichbarer FKM-Teile und werden auftragsbezogen in kleinen Mengen gefertigt. Wir setzen FFKM deshalb gezielt dort ein, wo es technisch wirklich gebraucht wird.
Richtwerte – verbindlich ist immer das Datenblatt des konkreten Compounds.
- Nahezu alle Chemikalien – Säuren, Laugen, Lösungsmittel, Amine, Ester und Ketone, auch dort, wo FKM versagt
- Extreme Hitze – dauerhaft bis ca. +320 °C, Spezialcompounds bis ca. +325 °C
- Ozon, UV und Witterung – ausgezeichnete Alterungsbeständigkeit im Dauereinsatz
- Vakuum und Reinstprozesse – sehr geringe Ausgasung, extrem hohe Gasdichtheit; deshalb Standard in der Halbleiterfertigung
- Preis – ein Vielfaches vergleichbarer FKM-Teile; wirtschaftlich nur, wenn Ausfallkosten den Materialpreis übersteigen
- Lieferzeit und Verfügbarkeit – auftragsbezogene Fertigung in kleinen Mengen, längere Beschaffung als bei Standardelastomeren
- Kälteflexibilität – untere Einsatzgrenze je nach Typ ca. −40 °C
- Wenige Extremmedien – elementares Fluor, geschmolzene bzw. gelöste Alkalimetalle; vollfluorierte Lösemittel können einzelne Typen anquellen
Chemische Beständigkeit von FFKM
Richtwerte bei Raumtemperatur. Für die verbindliche Auslegung prüfen wir Ihre konkrete Medienliste gegen die Mischung.
- Nahezu alle Chemikalien – Säuren, Laugen und Lösungsmittel – auch dort, wo FKM versagt
- Amine, Ester und Ketone
- Ozon, UV und Witterung – ausgezeichnete Alterungsbeständigkeit
- Heiße Prozessmedien – dauerhaft bis ca. +320 °C, Spezialcompounds darüber hinaus
- Elementares Fluor
- Geschmolzene oder gelöste Alkalimetalle
- Vollfluorierte Lösemittel – können einzelne Typen anquellen
Richtwerte – verbindlich ist immer das Datenblatt des konkreten Compounds.
Typische Anwendungen
Chemie & Prozess
Dichtungen, O-Ringe und Ventilsitze in aggressiven Prozessmedien – leckagesicher, wo FKM chemisch an seine Grenze kommt.
Halbleiter & Vakuum
Dichtungen für Plasma-, Vakuum- und Hochtemperaturprozesse – reinstraumtauglich und beständig gegen Prozesschemikalien.
Öl, Gas & Luftfahrt
Abdichtungen unter extremen Drücken, Temperaturen und Medien – in Bohrtechnik, Triebwerken und Hochtemperaturumgebungen.
Häufige Fragen zu FFKM
Antworten aus der Beratungspraxis. Für die verbindliche Auslegung zählen Ihre Medien-, Temperatur- und Bewegungsdaten.
Angebot anfragenBis wieviel Grad ist FFKM beständig?
Als Richtwert sind Standard-FFKM-Typen dauerhaft bis etwa +320 °C einsetzbar, spezielle Hochtemperatur-Compounds erreichen bis etwa +325 °C. Die Kälteflexibilität ist dagegen begrenzt: Die untere Einsatzgrenze liegt je nach Typ bei etwa −40 °C. Verbindlich ist immer das Datenblatt des konkreten Compounds.
FKM vs. FFKM – wann lohnt sich FFKM?
FFKM ist vollständig fluoriert und übertrifft FKM bei Chemikalienbeständigkeit und Dauertemperatur deutlich – kostet aber ein Vielfaches. FFKM lohnt sich, wenn FKM nachweislich versagt: bei aggressiven polaren Medien wie Ketonen, Estern und Aminen, bei Dauertemperaturen über ca. +250 °C oder wenn Ausfall- und Stillstandskosten den Materialpreis übersteigen. Für die meisten Öl-, Kraftstoff- und Chemieanwendungen reicht FKM wirtschaftlich aus.
Warum ist FFKM so teuer?
Die vollständig fluorierten Monomere und deren Verarbeitung sind aufwendig, die weltweiten Produktionsmengen klein und die Vulkanisation anspruchsvoll. FFKM-Bauteile kosten deshalb ein Vielfaches vergleichbarer FKM-Teile. Wirtschaftlich sinnvoll ist FFKM dort, wo die Kosten eines Dichtungsausfalls – Anlagenstillstand, Medienverlust, Sicherheitsrisiko – den Materialpreis deutlich übersteigen.
Wogegen ist FFKM nicht beständig?
FFKM ist gegen nahezu alle Medien beständig. Ausnahmen sind wenige Extremfälle wie elementares Fluor und geschmolzene bzw. gelöste Alkalimetalle; auch vollfluorierte Lösemittel können einzelne Typen anquellen lassen. Zudem ist die Kälteflexibilität begrenzt. Im Zweifel prüfen wir Ihre Medienliste gegen das konkrete Compound.
Mit welcher Lieferzeit muss ich rechnen?
FFKM wird auftragsbezogen und in kleinen Mengen gefertigt – Lieferzeiten sind deshalb in der Regel deutlich länger als bei Standardelastomeren wie NBR, EPDM oder FKM. Planen Sie FFKM-Bauteile frühzeitig ein und fragen Sie Bedarfe rechtzeitig an – wir klären Verfügbarkeit und Alternativen im Vorfeld.
Ist Kalrez dasselbe wie FFKM?
Kalrez® ist ein bekannter Handelsname von DuPont für Perfluorkautschuk-Typen – FFKM ist das herstellerneutrale Kürzel der Werkstoffklasse nach ISO 1629. Vergleichbare Perfluorelastomere gibt es auch von anderen Herstellern; technisch entscheidend ist immer der konkrete Compound. Kalrez® ist eine eingetragene Marke von DuPont – wir nennen den Namen nur zur Werkstoff-Zuordnung.
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