EPDMEthylen-Propylen-Dien-Kautschuk – Eigenschaften & Beständigkeit

Temperaturbereich
−70 bis +150 °C
Härtebereich
~40–90 Shore A
Kürzel
EPDM nach ISO 1629
Kernstärke
Ozon, Witterung, Heißwasser, Dampf

Datenblatt EPDM

Die wichtigsten Kennwerte von Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk auf einen Blick – als Richtwerte für die erste Auslegung Ihrer Dichtung oder Ihres Formteils.

WerkstoffEthylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM)
KürzelEPDM nach ISO 1629
Temperaturbereich−70 bis +150 °C
Härtebereich~40–90 Shore A
Beständig gegenHeißwasser und Dampf; Verdünnte Säuren und Laugen; Hydraulik- und Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis; Ozon, UV und Witterung; Trinkwasser
Nicht beständig gegenMineralöle und Schmierfette; Benzin, Diesel und Kraftstoffe; Unpolare Lösungsmittel
BesonderheitenStandard für Außeneinsatz: Ozon, Witterung, Heißwasser und Dampf
Farbenüblich Schwarz; Grau und Weiß möglich

Mischungsdatenblätter EPDM

13 Blätter aus dem Plattenmaterial, das wir für EPDM-Teile verarbeiten — mit Prüfwerten nach ISO, Einsatztemperatur und Zulassungen. Ihre Mischung ist nicht dabei? Wir beschaffen nach Anforderung.

Mischungen EPDM — Datenblätter als PDF
MischungShore AFarbeHerausgeber
EPDM A-KF 25-00PDF · 219 kB25 ± 5schwarzCooper Standard
EPDM A-KD 30-00PDF · 93 kB30 ± 5schwarzCooper Standard
EPDM A-KJ 50-00PDF · 219 kB50 ± 5schwarzCooper Standard
EPDM A-KJ 50-00ENPDF · 138 kB50 ± 5schwarzCooper Standard
EPDM E 4580PDF · 153 kB50 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 2441PDF · 154 kB65 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 2514PDF · 154 kB67 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 628PDF · 660 kB70 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 9566PDF · 208 kB70 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 9568PDF · 160 kB70 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 9614PDF · 202 kB70 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 563PDF · 131 kB75 ± 5schwarzSemperit
EPDM E 9575PDF · 205 kB80 ± 5schwarzSemperit

Stand der Blätter: 2020, 2021, 2022, 2023. Die Werte stammen unverändert von Cooper Standard bzw. Semperit und gelten für das Plattenmaterial, nicht für das fertige Teil — Form, Wanddicke und Vulkanisation verschieben sie. Verbindlich wird ein Wert erst in der Freigabe zu Ihrer Zeichnung.

Alle Datenblätter im Überblick

Das Werkstoffprofil

EPDM wurde entwickelt, um Umwelteinflüssen dauerhaft standzuhalten – und ist damit der Standard für alles, was draußen, im Heißwasser oder im Dampf dichten muss.

Chemisch ist EPDM ein Terpolymer aus Ethylen, Propylen und einem Dien . Der Dien-Anteil schafft vernetzbare Doppelbindungen in den Seitenketten – die gesättigte Hauptkette bleibt dadurch unangreifbar für Ozon und UV. Genau daraus entsteht die hohe Alterungsbeständigkeit des Materials.

Dazu kommen hohe Elastizität, gute Kälteflexibilität, ein gutes Rückstellverhalten und gute elektrische Isolationseigenschaften. EPDM ist üblicherweise in Schwarz, auf Wunsch auch in hellen Farbtönen lieferbar.

Beständig gegen
  • Ozon, Witterung, UV – sehr gute Alterungsbeständigkeit im Dauereinsatz im Freien
  • Heißwasser und Dampf – auch unter hohem Druck, mit peroxidisch vernetzten Mischungen
  • Polare Medien – verdünnte Säuren und Laugen, viele Hydraulikflüssigkeiten auf Glykolbasis
  • Kälte – bleibt bis etwa −70 °C flexibel, mit gutem Rückstellverhalten
Nicht geeignet für
  • Mineralöle, Fette, Benzin und Kraftstoffe – EPDM quillt und verliert seine Dichtwirkung
  • Unpolare Lösungsmittel – aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe

Chemische Beständigkeit von EPDM

Richtwerte bei Raumtemperatur. Für die verbindliche Auslegung prüfen wir Ihre konkrete Medienliste gegen die Mischung.

Beständig gegen
  • Heißwasser und Dampf – auch unter hohem Druck, mit peroxidisch vernetzten Mischungen
  • Verdünnte Säuren und Laugen – gute Beständigkeit gegen polare Medien
  • Hydraulik- und Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis
  • Ozon, UV und Witterung – sehr gute Alterungsbeständigkeit im Dauereinsatz im Freien
  • Trinkwasser – mit entsprechend geprüften Mischungen (z. B. KTW-BWGL, DVGW W 270)
Nicht beständig gegen
  • Mineralöle und Schmierfette – EPDM quillt und verliert seine Dichtwirkung
  • Benzin, Diesel und Kraftstoffe
  • Unpolare Lösungsmittel – aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe

Für ölführende Systeme empfehlen wir NBR, HNBR oder FKM – wir beraten zur Alternative.

Typische Anwendungen

  • Bau & Infrastruktur

    Fenster- und Fassadenprofile, Dach- und Bauwerksabdichtungen, Dehnfugen – jahrzehntelang der Witterung ausgesetzt.

  • Fahrzeugtechnik

    Tür- und Fensterdichtungen, Kühlwasserschläuche, Membranen und O-Ringe im Kühl- und Bremssystem (Glykolbasis).

  • Wasser & Heizung

    Dichtungen für Trink-, Heiß- und Abwasser, Heizungs- und Solaranlagen, Dampf- und Kompensatoranwendungen.

Häufige Fragen zu EPDM

Antworten aus der Beratungspraxis. Für die verbindliche Auslegung zählen Ihre Medien-, Temperatur- und Bewegungsdaten.

Angebot anfragen
EPDM oder NBR – welcher Werkstoff passt?

Die Faustregel: EPDM für Umwelteinflüsse, NBR für Öl. EPDM ist die erste Wahl bei Ozon, Witterung, UV, Heißwasser und Dampf – verträgt aber keine Mineralöle und Kraftstoffe. NBR ist beständig gegen Öle, Fette und Kraftstoffe, altert dafür unter Ozon und Witterung deutlich schneller. Treffen beide Anforderungen zusammen, kommen Werkstoffe wie HNBR oder FKM in Frage.

Ist EPDM für Trinkwasser geeignet?

EPDM zählt zu den Standardwerkstoffen für Trink- und Heißwasseranwendungen. Entscheidend ist die konkrete Mischung: Für Trinkwasserkontakt in Deutschland müssen Elastomere die einschlägigen Anforderungen erfüllen (z. B. KTW-BWGL, DVGW W 270). Nennen Sie uns den Einsatzfall, dann legen wir eine entsprechend geprüfte Mischung aus.

Welche Temperaturen hält EPDM aus?

Als Richtwert gilt ein Einsatzbereich von −70 bis +150 °C. Die obere Grenze hängt vom Vernetzungssystem ab: Schwefelvernetzte Mischungen sind bis etwa +120 °C dauerbeständig, peroxidisch vernetzte bis etwa +150 °C. Für Dampf und Heißwasser unter Druck werden in der Regel peroxidisch vernetzte Mischungen eingesetzt.

In welchen Shore-Härten ist EPDM lieferbar?

Der übliche Härtebereich liegt bei etwa 40 bis 90 Shore A. Darüber hinaus sind weichere Qualitäten sowie geschäumte Varianten wie Moosgummi und Zellkautschuk möglich. Die Härte wird zusammen mit Dehnung und Rückstellverhalten auf die Einbausituation abgestimmt.

Warum ist EPDM nicht ölbeständig?

EPDM ist ein unpolares Polymer. Unpolare Medien wie Mineralöle, Fette und Kraftstoffe dringen in das Material ein und lassen es quellen – Dichtwirkung und Festigkeit gehen verloren. Umgekehrt ist EPDM gegen polare Medien wie Wasser, Dampf, verdünnte Säuren und Laugen sehr beständig. Für ölführende Systeme empfehlen sich NBR, HNBR oder FKM.

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Worum geht es?

Technische Zeichnung, 3D-Daten, Skizze oder ein Foto des Bestandsteils – nichts davon ist Pflicht, aber je mehr Daten, desto schneller das Angebot. Bis zu 5 Dateien, je max. 15 MB – PDF, DWG/DXF, STEP/IGES, Office, Bilder oder ZIP.

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